Argumente und Forderungen

Seit Monaten berichten die Medien regelmässig und kritisch über den in der Schweiz zunehmenden Massentourismus. Mit Schrecken muss man feststellen, dass auch die in der Bevölkerung beliebte Ausflugsdestination, die Rigi, mit heute knapp einer Million Reisenden pro Jahr, ihren einmaligen Charakter verliert – und das mit der einen Ausrede, nämlich den «wirtschaftlichen Gründen» und «wenn wir es nicht tun, tun es andere».

Mit der 2. Rigi-Petition fordern wir den Verwaltungsrat der Rigi Bahnen AG auf, den unausgewogenen auf Masse ausgerichteten Gästemix mit einem Angebotsmarketing zu korrigieren, das sich einem naturnahen Tourismus verpflichtet. Bis heute hat der Verwaltungsrat der RBAG alle Aufforderungen ignoriert wie er auch die 2. Petition komplett ignoriert.

Immer wieder haben wir den Verwaltungsrat der RBAG darauf hingewiesen, dass er mit der Behauptung in der globalisierten Wirtschaft keine andere Wahl zu haben als mit dem globalen Streben nach Wachstum zu konkurrieren, einem Irrtum erlegen sein könnte. Denn mit der Abhängigkeit der Rigi Bahnen vom globalen Massentourismus hat sich der Verwaltungsrat in eine Sackgasse manövriert, die ihm die Kreativität raubt für das Unbekannte gewappnet zu sein!

Genug ist genug!

Wir fordern den Verwaltungsrat der RBAG auf, eine Kurskorrektur vorzunehmen und das globale Marketing, welches primär auf den Pauschaltourismus aus Asien ausgerichtet ist, grundsätzlich zu ändern. D. h., dass man freiwillig eine Wachstumsbeschränkung einführt bzw. die drei zentralen Forderungen der Petition (siehe unten) umsetzt und sich sofort und in Zukunft auf über den Preis kontrollierte Qualität fokussiert – und nicht wie in den vergangenen Jahren alles auf die Karte Quantität setzt und damit die Rigi zum Ausverkauf ausschreibt.
„‚Rigi verträgt mehr als eine Million Gäste'“, Luzerner Zeitung, S. 17, 30.9.19

Ungebremstes Wachstum und schonungsloser Eingriff in die Landschaft

Die Petition «Rigi: 800’000 sind genug!» fordert vom Verwaltungsrat der Rigi Bahnen AG, das wiederholt von der Bevölkerung kritisierte ungebremste Wachstum infrage zu stellen und sich für eine Begrenzung der Zahl der Fahrten / Passagiere sowie die Aufwertung der Natur- und Landschaftsressourcen einzusetzen.

Dies beinhaltet:

  • dass der Verwaltungsrat der RBAG den im Jahr 2016 erstellten «Masterplan RIGI» durch ein Tourismuskonzept ersetzt, das sich prioritär an den Natur- und Landschaftswerten der Rigi orientiert und für das 800’000 Besucherinnen und Besucher pro Jahr eine akzeptable Obergrenze sind. Das ist im Interesse der Allgemeinheit. Denn die Rigi gehört der Bevölkerung und nicht den Rigi Bahnen.
  • dass er den einseitig auf die asiatischen Wachstumsmärkte ausgerichteten Gästemix mit Pauschalreisegruppen, die die grössten Volumen bringen, mit einem glaubwürdigen Marketing neu ausrichtet, das den Preis für den Besuch der Königin der Berge nicht im globalen Billig-Tourismus verhökert.
  • dass er vom schonungslosen Eingriff in die geschützte Landschaft (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler 1606 Vierwaldstättersee, BLN) für den Bau einer Gondelbahn mit 11 Masten absieht. Eine Gondelbahn verschandelt das Landschaftsbild aufs Gröbste – und sie hat eine vom Vierwaldstättersee aus gut sichtbare und massiv störende «Wöschhänki» am Rigi-Südhang zur Folge.