Jungfraubahnen «Eiger Express»: Total überdimensionierte Fehlplanung. Wann endlich stoppen die Rigi Bahnen ihre megalomanen Wachstumspläne?

Die Webseite wurde zum letzten Mal am 11. Oktober 2021 aktualisiert.

Der Bericht in der NZZ vom 27. August 2021 zeigt hochaktuell, wie man es nicht hätte machen sollen.

Die rücksichtslose Volumenstrategie der Jungfraubahnen hat zur Investmentleiche der 470 Millionen Franken (!) teuren V-Bahn geführt; die Bahn könnte schon bald zum Sanierungsfall für die öffentliche Hand, sprich die Steuerzahlenden, werden. Das wird derzeit (noch) komplett ausgezoomt. Der «Eiger Express» ist gebaut und der Schaden ist in jeder Hinsicht, auch was die Umwelt und die Landschaft am Fuss der Eiger-Nordwand betrifft, angerichtet.

Von der dramatischen Klimakrise, in der wir uns befinden, ist im Bericht überhaupt nicht die Rede. Dass die Asiaten, die bis zur Coronakrise in Scharen aufs Jungfraujoch («Top of Europe») reisten, einen skandalösen das Klima schädigenden ökologischen Fussabdruck hinterliessen, ebenfalls nicht.

Zur Erinnerung: Die 350‘000 – 400‘000 Gruppenreisenden aus Asien und Übersee pro Jahr, die bis zur Coronakrise mit Niedrigstpreisen von CHF 10 bis 15 auf die Rigi gelockt wurden, verursachten einen grösseren CO2-Ausstoss, als die Stadt Zürich in einem ganzen Jahr! Diese erschreckenden Fakten haben wir wiederholt einwandfrei belegt.

Auch zur Erinnerung: Die Rigi Bahnen können mit den bei Stadler-Rail bestellten neuen Zügen (der erste Zug wird noch diesen Herbst in Betrieb genommen) im künftigen Halbstundentakt ab Vitznau und Arth-Goldau ihre Kapazität massiv steigern. Deshalb sind weitere Unterschriften in den kommenden Monaten unter die 2. Rigi-Petition «Rigi: 800’000 sind genug!» eminent wichtig.

Zudem: Unsere jetzt in Auftrag gegebene neue Rigi-Studie wird Wege und rasch umsetzbare Sofortmassnahmen im Rahmen eines ökologisch-fundierten Tourismuskonzepts für die Rigi aufzeigen. Die völlig unverbindliche Charta Rigi 2030 ist dafür die falsche Grundlage. Die Zeit für uneingeschränktes touristisches Wachstum verbunden mit rücksichtsloser Profitgier, die beide zulasten der natürlichen Ressourcen gehen, ist angesichts der dramatischen Klimakrise definitiv abgelaufen.

Grosse öffentliche Unterschriftensammlung 2. Rigi-Petition «Rigi: 800’000 sind genug!» am Luzerner Schwanenplatz. Möchten Sie mithelfen Unterschriften zu sammeln? Zeitrahmen: Dienstag, 7. September 2021, 10.00 – 17.00 Uhr

Sehr geehrte Freundinnen und Freunde der Rigi
Sehr geehrte Damen und Herren

Zusammen mit der Coronakrise macht die dramatische Klimakrise deutlich, dass es jetzt ein alternatives Tourismuskonzept für die Rigi braucht. Auf der Rigi stehen wir für einen ressourcenschonenden Tourismus ein, der auf Naturerlebnis, Kulinarik, Gesundheitsthemen und ökologisches Bewusstsein setzt. Inzwischen konnten wir unsere Rigi-Studie in Auftrag geben.

Sammeltag Unterschriften, 7. September 2021, 10.00 – 17.00 Uhr

Wir suchen Rigi-Freundinnen und -Freunde sowie Personen, die am 7. September am Luzerner Schwanenplatz öffentlich Unterschriften für unsere Rigi sammeln (bewilligte Sammlung), um die bestehende Zahl der Unterzeichnenden von über 3700 Personen substantiell zu erhöhen.

Die Königin der Berge verdankt Ihr Engagement! Senden Sie eine E-Mail mit Namen und Tel. Nummer an rs at rene-stettler.ch

Ganz herzlichen Dank zum Voraus.

Link für weitere Unterschriftenbögen: PDF Unterschriftenbögen

Neue Rigi-Studie: Spendenaufruf vom
8. Juni 2021

Liebe Freundinnen und Freunde der Rigi
Sehr geehrte Damen und Herren

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung der Rigi Bahnen AG haben in den letzten Jahren alles auf die Karte Quantität gesetzt und mit einer ruinösen Volumenstrategie zulasten der natürlichen Ressourcen teure Investitionen geplant. Dies hätten sie nicht gemacht, wenn sie nicht so stark von den internationalen Gästen, insbesondere den Tour-Operators mit Reisegruppen aus Asien und Übersee, profitiert hätten, die sie mit bis heute nicht widerlegten Dumpingpreisen von CHF 10 bis 15 für eine Retourfahrt auf die Rigi gelockt haben («Das Seilziehen der Seilbahnen», SRF, «10vor10», 13.12.18).

Wie wollen wir die Zukunft der Rigi, die ein Erholungsberg für die umliegenden Kantone ist, gestalten?

Dringend notwendig sind jetzt Massnahmen, welche in den nächsten 1 bis 2 Jahren konkret umgesetzt werden können.

Wir bitten deshalb um zweierlei:

  1. Helfen Sie nochmals mit, Unterzeichnende der 2. Rigi-Petition „Rigi: 800’000 sind genug!“ anzuwerben. PDF Unterschriftenbögen Unser Ziel ist die Unterschriftenzahl von heute über 3500 Unterzeichnenden in den kommenden Monaten substanziell zu erhöhen. Beide Rigi-Petitionen haben dank Ihnen seit 2017 bislang fast 7000 Unterschriften generiert. Das ist ein klares Zeichen und dafür danken wir Ihnen von Herzen! Im Herbst ist eine weitere öffentliche Sammlung von Unterschriften geplant.
  2. Helfen Sie mit finanzieller Unterstützung, dass wir unsere neue Rigi-Studie zusammen mit dem Institut für Landschaft und Freiraum der Ostschweizer Fachhochschule lancieren können (Bankverbindung weiter unten).

Die Studie soll – losgelöst vom Monopol-Unternehmen Rigi Bahnen AG – konkret aufzeigen, dass es auf der einmaligen Rigi punkto Natur und Tourismus auch ganz anders gehen kann. Als Pilotstudie soll sie grundlegend und wegweisend für die künftigen touristischen Aktivitäten auf der Rigi sowie andere Schweizer Tourismusdestinationen sein, die nach alternativen ökologisch-ausgerichteten und auch ökonomisch funktionierenden Geschäftsmodellen suchen.

Bislang wurde aufgrund der globalen Corona- und der sich zuspitzenden Klimakrise die Chance nicht genutzt, das heutige Geschäftsmodell des Tourismus in der negativsten Ausprägung des Massentourismus zu hinterfragen und durch einen Qualitätstourismus zu ersetzen, der diesen Namen verdient. Eine der wichtigsten Fragen dabei ist: Wie sieht der Transformationsprozess vom heutigen Ist-Zustand in den gewünschten Soll-Zustand aus?

Bei allen Fragen der Transformation muss an oberster Stelle die Verpflichtung der Schweiz stehen, gemäss dem Pariser Klimaabkommen den Ausstoss von Treibhausgasen bis 2030 zu halbieren, gemessen am Stand von 1990. Alle Dienstleister, Hauseigentümer sowie die Rigi Bahnen AG, die Korporationen und die Standortgemeinden rund um die Rigi, stehen in der Verpflichtung ihren Beitrag zu leisten.

Dafür brauchen wir Ihre Mithilfe und sind für ein einziges Mal auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

Wichtig: Die Sockelfinanzierung für die Studie ist gesichert. Inzwischen liegen einige Finanzierungszusagen vor, aber es braucht noch eine breite Solidarität, damit die Studie in Auftrag gegeben werden kann.

Ausgangslage

Es ist bekannt, dass lokale Tourismusakteure wie die Rigi Bahnen AG im Verbund mit der Luzern Tourismus AG (LTAG) und anderen Akteuren wie der Uhren-, Schmuck- und Souvenir-Lobby am Schwanenplatz und beim Löwendenkmal in Luzern, Schweiz Tourismus sowie der Schweizer Seilbahnlobby darauf hinarbeiten, dass ab 2022/23 der unsägliche Massentourismus wieder voll Fahrt aufnimmt – natürlich mit Dumpingpreisen.

Tatsache ist, dass die ca. 350‘000 bis 400‘000 Gruppenreisenden aus Asien und Übersee, die pro Jahr bis zur Coronakrise mit Niedrigstpreisen auf die Rigi gelockt wurden, einen grösseren CO2-Ausstoss verursachen, als die Stadt Zürich in einem ganzen Jahr!

Fazit: Die Klimabilanz des einzelnen Rigigasts ist deaströs, wenn man den CO2-Ausstoss anschaut, den die Asien- und Überseegäste beim Besuch der Rigi und Shopping in der Schweiz verursachen. Erschreckend ist auch die Klimabilanz der Schweiz, die mit ihrem CO2-Fussabdruck ganz hinten im globalen Emissionsranking rangiert.

Statt jetzt umzudenken setzen die Rigi Bahnen AG und die Schweizer Tourismusbranche auf die rasche Rückkehr ihrer vernichtenden Geschäftsmodelle, welche die Klimaerwärmung noch weiter anheizen. Anders ausgedrückt: Die Rigi Bahnen AG gehört zusammen mit anderen wirtschaftlichen Akteuren zu jenen, welche die Zerstörung der Ökosphäre wider besseres Wissen in Kauf nehmen und dazu beitragen, die menschliche Zivilisation zu untergraben. Fakt ist, dass weder die Tourismusbranche noch die Schweiz Vorreiterinnen im Klimaschutz sind, wie immer behauptet wird!

Die deshalb in jeder Hinsicht hohe Dringlichkeit der Studie soll aufzeigen, wie das Dilemma des globalen Massentourismus auf der Basis einer umfassenden ressourcenschonenden und ökologischen Sichtweise heute und nicht übermorgen auch ökonomisch gelöst werden kann. Die Rigi könnte mit einem ökologisch ausgerichteten Marketing, das den gut zahlenden Individualgast im Fokus hat, zum grünen Erholungsberg Europas werden. Ziel der Studie ist es, auf fachlich-wissenschaftlicher Basis exemplarisch zu zeigen, dass die gegenwärtig auf eine globalisierte Wirtschaft ausgerichtete massentouristische Wachstumsstrategie der Rigi Bahnen AG nicht alternativlos ist.

Wir sind uns bewusst, dass wir als Initianten der Studie und deren Verfasser in einer grossen Verantwortung stehen. Der kurzfristig-machbaren Umsetzung der Befunde der Studie wird deshalb ein besonderes Augenmerk geschenkt.

Die Rigi wird Ihr Engagement verdanken!

Vor allem auch deshalb, weil die Königin der Berge in den kommenden Jahren uns während unerträglichen Hitzesommern Abkühlung und Erholung bietet – als kostbare Naturressource zu der es besonders Sorge zu tragen gilt.

Ein grosses Dankeschön zum Voraus für Ihr Engagement in Sachen 2. Rigi-Petition und finanzielle Unterstützung der Rigi-Studie. Wir halten Sie via Medien und über unsere Webseite auf dem Laufenden.

Dr. phil. René Stettler, Rigi Kaltbad

DIE RIGI DANKT IHNEN HERZLICH UND BIETET ALLEN, DIE SIE KENNEN UND LIEBEN, ERHOLUNG UND IMMER BESSERE LUFT!

Bankverbindung

Luzerner Kantonalbank, Pilatusstrasse 12, 6003 Luzern
Rigi: 800’000 sind genug!
6356 Rigi Kaltbad / Schweiz
IBAN CH63 0077 8212 7179 1200 1
Konto 60-41-2

Kritik Kaderlöhne Rigi Bahnen AG (RBAG) – Verwaltungsrat (VR) und Geschäftsleitung (GL) unter Druck

Unsere Kritik als Aktionärsgruppe an den unstatthaft bezogenen Löhnen 2020 der GL von 279‘448 Franken, mitten in einer grossen Krise und angesichts des alarmierenden operativen Verlusts von 2,37 Mio. Franken und der dramatischen Liquidität, ist berechtigt und im Interesse der über 5500 Kleinaktionäre.

Im Bericht der Luzerner Zeitung online vom 30. April 2021 beschwichtigt der Verwaltungsratspräsident (VRP). Er zeigt – völlig befremdlich – «Unverständnis» anstatt einzuräumen, dass die GL im Krisenjahr 2020 in absoluten Zahlen und Prozenten bei einem von 28‘964‘500 auf 19‘039‘811 Franken dramatisch geschrumpften Nettoerlös mehr Lohn von 803’043 Franken, bzw. 4,21% des Nettoerlöses, bezogen hat. 2019 betrug der Lohn der GL 797‘909 Franken – 2,75% (!) des Nettoerlöses.

Die 215 Mitarbeitenden (23 weniger als 2019) führen eine anspruchsvolle und sicherheitsrelevante Tätigkeit aus. Viele verdienen unter 30 Franken pro Stunde. Dass die wegen der Coronakrise vom VRP und VR ergriffenen «personellen Massnahmen» um «das Schadensausmass einzugrenzen und Kosten zu sparen» (Quelle: Gewerkschaft des Verkehrspersonals, SEV-Zeitung, 9.6.20; Personalinfo RBAG, 26.5.20) in keiner Weise erwähnt werden, lässt tief blicken. Mehr Lohn für die GL im Krisenjahr 2020, unsolidarische Massnahmen auf dem Buckel der Mitarbeitenden (in Kurzarbeit erhalten diese bekanntlich nur 80% Lohn), und noch wegen dem COVID-19-Überbrückungskredit die Aktionärsdividende streichen, ist zynisch.

Das alles steht diametral zur Vergrösserung der GL auf 5 Mitglieder im Krisenjahr 2020. Auch in diesem Punkt beschwichtigt der VRP. Ab Herbst 2019 bis Frühling 2020 war die GL mit nur 3 Personen besetzt und es hat funktioniert. Dies nach der Entlassung des vormaligen CEO, Stefan Otz im Frühling 2019 bzw. dem Weggang des Marketingleiters Armin Kündig nach nur einem Jahr im Herbst 2019.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Die RBAG ist auf Stufe VR und GL zu gross und zu teuer besetzt. Dies verursacht hohe Kosten zulasten des Unternehmens, der Mitarbeitenden und des Aktionariats.

Aktionärsgruppe der Rigi Bahnen AG

René Stettler, Priska Baur, Antoinette Schmid, Ivo Voehringer

Laufende Petition «Rigi: 800’000 sind genug!» (2019/22)

Willkommen auf der Webseite «Rigi: 800’000 sind genug!». Sie trägt den gleichnamigen Titel der bis zum 30. September 2022 laufenden Petition «Rigi: 800’000 sind genug!», die von 58 Erstunterzeichnenden aus Politik, Wirtschaft, Kultur sowie der Bevölkerung, signiert worden ist.

Am 27. Oktober 2020 wurden die 3327 Unterschriften der 1. Rigi-Petition «Nein! zu Rigi-Disney-World» (2017) von der 2. Rigi-Petition «Rigi: 800’000 sind genug!» übertroffen. Ein grosser Erfolg! Allen Unterzeichnenden ein herzliches Dankeschön! Weiter so!

Stand der Unterzeichnung


Petitionskomitee «Rigi: 800’000 sind genug!»

Werner Bätzing, emeritierter Professor für Kulturgeographie, Bamberg
Rolf E. Brönnimann, Präsident und Managing Partner, SH Swiss Hospitality Group AG, Hergiswil
Monica Chappuis-Speiser, Meggen
Seraina Gunzinger Morell, Zürich
Frieder Hiss, Architekt / Fachberater Landschaftsschutz, Luzern
Regula Kunz Bechtler und Ruedi Bechtler, Hotel Castell, Zuoz
Robert Schwere, Zahnarzt (Praxis Luzern von 1987 bis 2016)
Stanislaus von Moos, Kunsthistoriker, Zürich / Ennetbürgen

 

Die Webseite stellt Informationen zum aktuellsten Stand der touristischen Entwicklung der Rigi zur Verfügung, insbesondere:

  • den von den Rigi Bahnen geplanten Projekten
  • der Bewahrung der natürlichen Ressourcen
  • aktuelle Themen wie Overtourism, Klimawandel und nachhaltige Entwicklung

Ausgewählte Medienberichte und -informationen zu allen Themen werden kontinuierlich veröffentlicht und bieten Lesenden weiterführendes Hintergrundwissen. Das Bildmaterial wurde  u. a. von Doris Mühle und Antoinette Schmid, Rigi Kaltbad, zur Verfügung gestellt.

„Trio fordert nachhaltigen Tourismus“, Niels Jost, Luzerner Zeitung, S. 19, 20.7.20. Politiker, Unternehmer und Gastronomen aus dem ganzen Kanton wollen den Tourismus in Luzern neu ausrichten. Zentrale Forderungen: Mehr Schweizer Gäste, längere Aufenthaltsdauer, bessere Verknüpfung von Stadt und Land.

> PDF Dringliches Postulat Zbinden Samuel und Mit. an den Luzerner Tourismus ausschliesslich für nachhaltigen Tourismus (Mai 2020). Der Regierungsrat wird aufgefordert, dafür zu sorgen, dass sämtliche ausserordentlichen Gelder an die Luzerner Tourismusförderung während der Corona-Krise ausschliesslich für die Förderung und Bewerbung eines sanften, ressourcenarmen Tourismus mit Fokus auf längere Aufenthaltsdauer verwendet werden.

„Neustart für eine ökologische Wirtschaft“, Luzerner Zeitung, 16.5.20. Die Grünen und Jungen Grünen, unter ihnen Rahel Estermann, Luzern, sind überzeugt, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Neustart gekommen ist: «Wenn der Kanton nun Geld ausgibt, dann für Solarenergie auf unseren Dächern, für lokalen Tourismus statt Übersee-Fliegerei, für mehr Raum für Fussgängerinnen und Fussgänger, für die regionale und CO2-arme Landwirtschaft».
Auch Claudia Huser, Luzern, fordert für die Grünliberalen (GLP) die Vergabe von finanziellen Unterstützungsbeiträgen, wie zum Beispiel für die «Ankurbelung des Tourismus», an klare Bedingungen zu knüpfen: «im Sinne von mehr Nachhaltigkeit und Ökologie».

Rigi Bahnen AG: Scharfe Kritik von Aktionärsgruppe an der Selbstbedienungsmentalität des Managements angesichts des alarmierenden operativen Verlusts von CHF 2,37 Mio. im Geschäftsjahr 2020, der dramatischen Liquidität sowie Entlassungen und Änderungskündigungen im Krisenjahr 2020 – Zwingende Anträge zuhanden der Generalversammlung (GV) ohne Aktionärinnen und Aktionäre vom 12. Mai 2021, Medienmitteilung 30.4.21 / Schriftliche Fragen und Anträge von Aktionärinnen und Aktionären der Rigi Bahnen AG vom 29.4.21 / Antwort des Verwaltungsrats vom 7. Mai 2021 / Zusatzfragen vom 8. Mai 2021
Rigi Bahnen AG: Dramatischer Geschäftsverlauf 2020 mit einem alarmierenden operativen Verlust von CHF 2,37 Mio., angespannte Liquidität und trotzdem mehr Lohn für die Geschäftsleitung im Jahr 2020, jedoch keine Aktionärsdividende – Petition «Rigi: 800’000 sind genug!» wird bis 30. September 2022 verlängert, Medienmitteilung 23.4.21
Laufende Petition «Rigi: 800‘000 sind genug!» mit 3453 Unterzeichnungen übertrifft 1. Rigi-Petition «Nein! zu Rigi-Disney-World». 7 Millionen Franken überteuertes neues Vitznauer Dienstleistungszentrum der Rigi Bahnen ohne Warteraum für Individualreisende
Medienmitteilung 20.11.20
Rigi Bahnen halten trotz Tourismuskrise an realitätsfremder Wachstumsstrategie und 25-Millionen-Franken Gondelbahnprojekt fest und nehmen Zerstörung geschützter Lebensräume im BLN-Gebiet 1606 in Kauf. VR und GL schweigen nach wie vor zu den Dumpingpreisen Medienmitteilung 1.10.20
Konstruktive Vorschläge der Aktionäre / Petitionäre Antoinette Schmid, René Stettler und Ivo Voehringer zuhanden VR/GL RBAG, 12.8.20
„Rigi Bahnen: Fragwürdiges Protokoll der 28. Generalversammlung vom 14.5.20“, Medienmitteilung, 5.6.20 / Kurzversion Medienmitteilung
„‚Der Schutz der Biodiversität muss oberstes Ziel sein'“, Leserbrief, René Stettler, Luzerner Zeitung, S. 27, 12.5.20
„Rigi-Petitionäre kritisieren Dumpingpreise für Asiaten und Eingriff in die Landschaft scharf“, Niels Jost, Luzerner Zeitung online, 29.4.20
PDF Stellungnahme zu den Antworten des Verwaltungsrats der Rigi Bahnen AG vom 22. April 2020 auf 3 Anträge zuhanden der Generalversammlung vom 14. Mai 2020 (ohne Anwesenheit der Aktionärinnen und Aktionäre), Medienmitteilung, 28.4.20
„Tatsächlich: Rigi-Aktionäre können erstmals über Tourismus-Strategie abstimmen“, Niels Jost, Luzerner Zeitung online, 22.4.20
„Brisante Anträge für Rigi-Versammlung“, Niels Jost, Luzerner Zeitung, S. 28, 18.4.20
„GV der Rigi Bahnen AG: Drei brisante Anträge könnten Aktionäre beschäftigen“, Niels Jost, Luzerner Zeitung online, 17.4.20
PDF Schriftliche Anträge von Aktionärinnen und Aktionären der Rigi Bahnen AG zuhanden der ordentlichen Generalversammlung 2020 vom 14. Mai 2020, ohne Teilnahme der Aktionärinnen und Aktionäre, 14.4.20
PDF Stellungnahme zum Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK), publiziert am 27. März 2020
„Umweltverbände kritisieren Bundesgutachten zu Rigi-Gondelbahn“, Luzerner Zeitung online, 17.3.20
„Umweltverbände kritisieren Gutachten zu Rigi-Gondelbahn“, htr.ch, 17.3.20

Die Rigi gehört der Bevölkerung

Im Oktober 2017 wurde die 1. Rigi-Petition «Nein! zu Rigi-Disney-World» lanciert (3327 Unterzeichnende), nachdem die Rigi Bahnen AG im Sommer 2016 ihre Ausbaupläne im sogenannten «Masterplan RIGI» bekannt gemacht hatten. Die nach der erfolgreichen Lancierung der Petition aufgrund des öffentlichen Drucks entstandene «Charta Rigi 2030» hatte leider nur allgemeinen Leitbildcharakter. Der versprochene Plan zur Entwicklung von Projekten, unter demokratischer Mitwirkung, fehlt bis heute. Und auch die zur Diskussion gestellte Obergrenze von Rigi-Besucherinnen und -Besuchern wurde bis heute nicht geführt. Deshalb sahen wir uns veranlasst am 1. November 2019 eine zweite Petition mit der klaren Forderung «Rigi: 800‘000 sind genug!» zu lancieren. Der Ruf, dass die Rigi der Bevölkerung gehört, soll nicht verhallen!

Hier geht es zur Unterzeichnung der Petition. Sie können auch > PDF Unterschriftenbögen benutzen und diese handschriftlich unterzeichnen und mit der Post in einem frankierten Couvert einreichen. Die Zustelladresse ist auf dem Bogen.

Die Kritik

Zusammen mit der 2017 abgeschlossenen Petition «Nein! zu Rigi-Disney-World» kritisiert die 2. Rigi-Petition die von der Rigi Bahnen AG vorangetriebene Kommerzialisierung der Rigi sowie den Massentourismus mit knapp einer Millionen Reisenden, die jährlich auf die Königin der Berge kommen. Die Petition ist ein Novum und stellt klare Forderungen an ein Schweizer Tourismus- und Bergbahnunternehmen.

Ein nachhaltiges Unternehmen engagiert sich heute für einen ressourcenschonenden Umgang mit der Umwelt und nicht für mehr Wachstum, das im Fall der Rigi Bahnen AG für die kommenden 4 Jahre schon heute genau beziffert ist. Die RBAG will gemäss eigenen Angaben den Umsatz von CHF 29,30 Mio. (2018) auf CHF 35 Mio. bis 2024 steigern. Das sind + 20%! Für die Rigi bedeutet das ein Desaster zulasten der Umwelt und lässt wenig Gutes erahnen, denn die geplante Gondelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad, die die Umsätze mitsteigern soll, birgt zahllose ökologische Unwägbarkeiten.

Von der RBAG am 11.12.19 anlässlich einer öffentlichen Infoveranstaltung in Weggis gezeigtes Slide zur geplanten Umsatzsteigerung © Rigi Projekte RBAG, 2019

Stimmen von Petitionsunterzeichnenden

Man muss die Rigi und ihre Natur schützen sonst zerstören die Rigi Bahnen sie aus reiner Profitgier.
Robin Puhl, Weggis

Die Pendelbahn von Weggis nach Rigi Kaltbad soll durch eine neue Pendelbahn und nicht durch eine Gondelbahn ersetzt werden!
Rafael Leu, Root

Wir unterschreiben sehr gern und unterstreichen, dass die Initianten der Petition unser vollstes Vertrauen haben und diese Petition auch in unserem Sinne ist.
Rolf Hagen Mühle und Doris Gerda Mühle, Rigi Kaltbad

Weil 800’000 mehr als genug sind. Nullwachstum ist angesagt.
Elmar Kurze, Luzern

Für die Auswirkungen und die negativen Konsequenzen des Massentourismus haben wir im Zeitalter der Umweltkrise ja täglich Anschauungsunterricht (Venedig, Barcelona, Paris, Kreuzfahrten-Exzesse etc.). Der Dichtestress in der Schweiz wird unerträglich. Bewahren wir uns doch wenigstens die Schönheit unserer Rigi.
Tony Reis, Meggen

Unsere wunderbare Gegend darf nicht noch mehr belastet und dem weiteren Wachstum des Tourismus geopfert werden.
Toni J. Krein, Weggis

Ich finde es falsch, einen Erholungsberg mit Touristen zu füllen, die nur dank der Dumping-Fahrkartenpreise auf den Berg fahren. Schweizer zahlen das Dreifache.
Emil Steinberger, Basel
Weitere Stimmen

Gedanken zum Jahresende 2020 und zu unserer Rigi

Liebe Freundinnen und Freunde der Rigi
Sehr geehrte Damen und Herren

Erlauben Sie ein paar persönliche Gedanken im Sinne eines Rückblicks auf ein bewegtes Jahr in Sachen touristischer Entwicklung der Rigi. Zugleich wünsche ich Ihnen persönlich und Ihren Familien vorab alles Gute im Neuen Jahr sowie viel Gesundheit in Zeiten, wo man sich nichts Anderes wünscht als genau das. Auch danke ich Ihnen für die riesige Unterstützung der laufenden Petition und die vielen Gespräche mit einigen von Ihnen, die unsere Anliegen aktiv mittragen.

Zwei Rigi-Petitionen mit insgesamt 6803 Unterschriften (Stand 29.12.20) zeigen Ihre ungebrochene Solidarität und emotionale Verbundenheit mit der Rigi. Über diese innere Verbundenheit wollten wir mit dem Verwaltungsrat (VR) und der Geschäftsleitung (GL) der Rigi Bahnen sprechen, doch es zeigte sich, dass dieses Gespräch mit uns im Kasernenhofdrill verordneten Traktanden schon daran scheiterte, worüber man miteinander sprechen wollte.

Bis heute waren der VR und die GL der Rigi Bahnen nie bereit, unsere überzeugenden Gegenargumente zu ihren megalomanen Ausbauplänen anzuhören. Gerade deswegen fühlen wir uns in unserer klaren Haltung in Sachen touristischer Entwicklung der Rigi bestätigt. Unsere Vorstellungen stehen im diametralen Gegensatz zur vom VR und der GL forcierten Volumenstrategie. Statt in der gegenwärtigen Krise nun den Resetknopf zu drücken und sich dem Aufbau des von uns geforderten und mit konkreten Vorschlägen ausgearbeiteten Qualitätstourismus zu verpflichten! Einen solchen – und nichts Anderes – wünschen sich die von uns vertretenen grossen Bevölkerungskreise.

Wir haben die im breiten öffentlichen Interesse stehende touristische Entwicklung der Rigi als öffentliche Angelegenheit in den Medien kommuniziert. Die in den Medien verlautbarten Vereinfachungen der GL der Rigi Bahnen passen jedoch wenig zur Grösse der Probleme, mit denen uns die aktuellen Krisen – die der Umwelt und die unserer damit zusammenhängenden Gesundheit – konfrontieren.

Der VR und die GL der Rigi Bahnen haben sich über lange Jahre nach dem einzigen Credo ausgerichtet: Je mehr Wachstum, desto besser. D. h. Wachstum als Heilmittel für alle Probleme, die dann später in der Zukunft oder überhaupt nie auftreten sollen! Wachstum und Profitsteigerung «auf Teufel komm raus» passen sicher nicht mehr in die Zeit nach Corona. Unsere konstruktiven Vorschläge zum unhinterfragten Wachstum haben wir faktenbasiert recherchiert. Sie wären der Starting Point für einen längst überfälligen ressourcenschonenden Tourismus für die Königin der Berge.

Leider warten der VR und die GL darauf, dass der Exzess – der globale Massentourismus – nach Corona möglichst bald zurückkehrt. Das bewirkt, dass man in Zukunft keine unternehmerische Freiheit mehr ausüben kann, weil man Katastrophales angerichtet hat. Ein Widerspruch in sich selbst! Die in den Köpfen des VR und der GL zementierte Vorstellung von massentouristischem Wachstum, das zulasten der Natur geht, hat zur Folge, dass das Bahnunternehmen sich selbst in seiner künftigen unternehmerischen Freiheit beschneidet.

Der VR und die GL halten stur an ihren Ausbauplänen fest – auch beim von namhaften Umwelt- und Schutzverbänden kritisierten Gondelbahnprojekt von Weggis nach Rigi Kaltbad. Im Aktionärsbrief vom Dezember 2020 schreiben Karl Bucher, Präsident des VR, und Frédéric Füssenich, CEO, unverblümt Zitat:

«Das Projekt Gondelbahn stand in den letzten Monaten im Zeichen der Weiterentwicklung des Wettbewerbsprojekts. Daneben liefen umfangreiche Vorbereitungen für das Bewilligungsverfahren wie etwa die dafür nötige Zonen- und Nutzungsplan-Revision, Umweltgefahrenabklärungen und Verhandlungen mit Grundeigentümern. Die Corona-Krise stellt uns für die Machbarkeit vor neue Herausforderungen, trotzdem verfolgen wir das Projekt konsequent weiter».

Seit vier Jahren prägen wir eine demokratische Kultur mit. Sie steht diametral zur Arroganz des VR und der GL der Rigi Bahnen, die die Bevölkerung immer wieder vor den Kopf stossen. Wir halten den demokratischen Austausch und Meinungsfreiheit hoch, missbilligen jedoch, dass der VR und die GL daran glauben, sich nicht um das Debattenganze kümmern zu müssen. «How dare you» ist unsere Antwort – im Stil der jungen Klimaaktivistinnen und -aktivisten.

Da der VR und die GL der Rigi Bahnen von unseren Lösungsvorschlägen und den zwei Petitionen, gemäss eigenen Angaben, «nur bruchstückhafte Kenntnisse» haben, stehen sie auf der Seite derer, die die gegenwärtigen Krisen – die Krise der Umwelt und die unserer Gesundheit, die uns noch lange beschäftigen werden – nicht als primäre Bedrohung sehen. Statt sich für eine gemeinsame Krisenbewältigung zu engagieren, damit für alle – und insbesondere die Erholungsdestination Rigi – etwas Besseres herauskommen kann.

Der Tourismus nach Corona braucht andere Antworten. Wir haben sie dem VR und der GL der Rigi Bahnen unterbreitet. Wir sehen manches anders als der VR und die GL, die wir für ihre unüberbietbare Ignoranz gegenüber den aus den Herzen der Bevölkerung kommenden legitimen Ansprüchen an «ihren» Erholungsberg Rigi verantwortlich machen. Für uns ist dies ein Grund mehr, Veränderungen einzufordern, die die rücksichtslose Profitmaximierung als exklusives Ziel eines Monopolunternehmens infrage stellen – und welche die Verfügungshoheit über die Rigi der Bevölkerung zugestehen.

Diese Bevölkerung ist nicht identisch mit dem Aktionariat der Rigi Bahnen AG. Denn den rund 2700 Aktionärinnen und Aktionären der Rigi Bahnen, welche unsere konstruktiven Anträge anlässlich der Generalversammlung 2020 verworfen haben, stehen heute (29.12.20) 3476 Unterzeichnende der 2. Rigi-Petition «Rigi: 800’000 sind genug!» gegenüber.

Wir erwarten vom VR und der GL der Rigi Bahnen keine Geschenke, keine Privilegien und auch nicht eine bevorzugte Behandlung, sondern nur, dass sie angesichts der sich zuspitzenden Klima- und Umweltkrise konsequent auf eine umweltschonende Nutzung der Rigi setzen, um eine ressourcenschonende Bewirtschaftung bei allen touristischen Aktivitäten zu ermöglichen.

Dr. phil. René Stettler, Kulturwissenschaftler und Aktionär der Rigi Bahnen AG, Rigi Kaltbad

 

2241 auf Papier eingereichte Unterschriften, Stand 29.12.20

Die Faszination der Rigi

Seit jeher hat die Rigi, die ein alpiner Symbolberg ist, die Menschen fasziniert. Es war über Jahrhunderte die schlichte und gleichzeitig majestätische Einfachheit eines Bergs, der von einer faszinierenden Alpen- und Seenlandschaft umrundet die Besucherinnen und Besucher in ihren Bann zog. Auch heute noch sind es die weitgehend intakte Natur und die einzigartige Landschaft, welche die Königin der Berge als Tourismusdestination so einmalig machen. Diese Natur und Landschaft ist jedoch bedroht.

Verschiedene Analysen und Forschungsergebnisse belegen, dass für drei Viertel der Menschen eine intakte Natur und Landschaft das wichtigste Kriterium bei der Wahl der Ausflugs- und Feriendestination darstellt. Deshalb gilt es, zu den vorhandenen Natur- und Landschaftswerten heute besonders Sorge zu tragen und der Rigi als Berg Respekt entgegenzubringen.

The-Blue-Rigi-2
Der englische Maler Joseph Mallord William Turner (1775 – 1851) hat die Zentralschweiz mehrmals bereist. Unterwegs mit Kutsche oder Ruderboot füllte er ein Skizzenbuch nach dem anderen mit Variationen der Berg- und Seeszenerien. Zu seinen Lieblingsmotiven gehörte die Rigi (Bild oben) – in immer wieder wechselnden Wetter- und Lichtverhältnissen (Text aus: “Lake Lucerne & the Gotthard”, Imaginary Wanderings Press, 2016).